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Zungenpiercing Stechen lassen - Ratgeber mit Infos zu Kosten, Risiken, Heilung und Schmerzen

aktualisiert am: 03.05.2021

Das Zungenpiercing wird meist senkrecht durch die Zunge gestochen. Es gibt aber noch viele andere Varianten (siehe unten). Die Heilungsdauer beträgt im allgemeinen 3 bis 6 Wochen. Im folgenden Ratgeber findet ihr die wichtigsten Eckpunkte zum Stechen lassen des Zungenpiercings mit Infos und Tipps.

1. Wie viel kostet ein Piercing in der Zunge?

Heilung Pflege Schmerzen beim Zungenpiercing

Das bekannteste Zungenpiercing ist das mittig, vertikal eingesetzte Piercing in der Zunge. Zwar gibt es regional starke Unterschiede, wie teuer das Stechen im Piercing Studio ist. Inklusive Schmuck kannst du dich aber in etwa auf einen Preis von 60 EURO einstellen. In diesem Bereich bewegen sich auch die Kosten für das Stechen anderer Zungenpiercings, die wir im Folgenden beleuchten wollen:

2. Arten von Zungenpiercings

Arten von Piercings in der Zunge

Obwohl im Grunde nur eine Form in der Gesellschaft flächendeckend bekannt ist, gibt es eigentlich viele verschiedene Varianten von Zungenpiercings.

Klassisches Zungenpiercing

Das klassische Zungenpiercing in der Mitte ist mit Abstand das Bekannteste und am weitesten verbreitet. Es wird manchmal leicht dispektierlich auch als einfaches Zungenpiercing bezeichnet, obwohl es abhängig vom getragenen Schmuck äußerst aufregend aussehen kann. Es ist für Anfänger sehr gut geeignet, weil es in Bezug auf Heilung und Pflege recht unkompliziert ist. Es wird meist mit einem einem geraden Piercingstab (Barbell) getragen, der häufig eine Länge von ca. 16mm und eine Stabstärke von 1,6mm hat. Je nach den eigenen Vorlieben sollten die verwendeten Piercingkugeln etwa 4-6mm Grüße haben.

Scoop Piercing

Das Scoop Piercing ist ein Oberflächenpiercing, das nicht direkt durch die Zunge, sondern nur oberflächlich, quer durch die Haut der Zunge gestochen wird. Es verheilt meist schon innerhalb von 14 Tagen, ist in Bezug auf die Pflege auch relativ einfach zu handhaben. Allerdings kann es beim essen etwas stören und die Geschmachswahrnehmung etwas verändern. Als Piercingschmuck kommt meist ein um 90 Grad gebogener Surface Bar zum Einsatz, bei dem die Kugeln abgeflacht sind. Als Stabstärken haben sich 1,2mm und 1,6mm bewährt. Die Stablänge sollte je nach Größe der Zunge 16mm nicht überschreiten.

Venom Piercing

Das Venom Piercing sieht bei flüchtiger Betrachtung von oben aus wie ein Scoop Piercing. Allerdings wird beim Venom Zungenpiercing jeweils leicht rechts und leicht links von der Mitte senkrecht durch die Zunge jeweils ein Piercing durch den Zungenmuskel gesetzt. Das Venom besteht also aus 2 Zungenpiercings. Es wird nur von wenigen Piercern gestochen, ist teurer und mit höheren Risiken verbunden, als Scoop oder einfaches Zungenpiercing. Als Schmuck kommen insgesamt 2 Straight Barbells mit einer Stabstärke von 1,6mm und einer Länge von jeweils ca. 16mm zum Einsatz.

Zungenbändchen Piercing

Das Zungenbändchen Piercing wird durch das kleine Bändchen unterhalb der Zunge gestochen. Das ist zunächst wenig risikobehaftet und verheilt häufig innerhalb von 4 Wochen. Allerdings kommt das Piercing zum einen oft mit den Zähnen in Kontakt, was zu Zahnschäden führen kann. Zum anderen besteht die Gefahr, dass man beispielsweise beim Essen mit dem Piercing hängen bleibt und so das Zungenbändchen verletzt. Es ist daher leider nur bedingt alltagstauglich. Als Zungenbändchen Piercing Schmuck kommt meist ein Klemmkugelring, Bananabell, Straight Barbell oder Hufeisen Piercing mit einer Stabstärke von 1,2 oder 1,6mm zum Einsatz. Diese sollten jeweils eher klein sein bzw. eine kurze Stablänge besitzen, um beim Sprechen und Essen nicht zu sehr zu stören. Hier findest du alle Infos zum Zungenbändchen Piercing: ZUNGENBÄNDCHEN PIERCING | Marley Piercing.

Zungenring - Tongue Ring Piercing

Der Zungenring wird vorne in der Mitte der Zunge durch die Zungenspitze gesetzt. Der Ring wird dann um die Vorderkante der Zunge geschlossen. Gestochen wird also wie beim normalen Zungenpiercing, nur eben weiter vorn. Auch hier besteht leider die Gefahr, dass man mit dem Piercing Ring an den Zähnen herumspielt.

Snake Eyes

Wem keines der bisher erwähnten Zungenpiercings richtig zusagt, dem bleibt noch das Snake Eyes Piercing. Hierbei wird ein Piercingstab mit einer Länge von etwa 14mm und einer Stabstärke von meist 1,6mm oder 1,2mm quer durch die Zungenspitze gestochen. Das Ganze ist jedoch nicht ganz risikofrei. Beispielsweise kann es zu Behinderungen beim Sprechen (Lispeln), Geschmacksirritationen und Zahnschäden führen. Alle Infos rund um das Snake Eyes Piercing findest du hier: SNAKE EYES PIERCING

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3. Schmerzen und Risiken

Frau mit frisch gestochenem Zungenpiercing

Auch wenn es sich Leute, die selbst (noch) kein Zungenpiercing tragen häufig schwer vorstellen können: Zungenpiercings gehören, wenn sie richtig gestochen werden, zu den weniger schmerzhaften Piercings. Allerdings muss auch gesagt werden, dass Schmerzen und Risiken verschiedenene Dinge sind. Während das klassische Zungenpiercing in der Mitte sowie das Tongue Ring Piercing vergleichsweise überschaubare Risiken bergen, wenn sie von einem professionellen Piercer gestochen werden, ist besonders das Venom Piercing wesentlich riskanter. Hier kann es zu Blutungen und im ungünstigsten Fall zum Verletzen von Nerven kommen. Wenn du dir dennoch ein Venom Piercing stechen lassen möchtest, informiere dich vorher umfangreich darüber, welche Piercingstudios bereits viel Erfahrung mit dem Stechen des Venoms mitbringen und nimm im Zweifel lieber eine etwas längere Anfahrt in Kauf.

4. Heilung und Pflege nach dem Stechen

Um Infektionen und Entzündungen nach dem Stechen zu vermeiden, solltest du dir am besten in der Apotheke Betaisodona Mundspülung kaufen. Geschmacklich nicht gerade ein Highlight wirkt sie aber zuverlässig und bewahrt dich besonders in den ersten Tagen nach dem Stechen vor unangenehmen Entzündungen. Zusätzlich solltest du dich an die Pflegehinweise des Piercing Studios halten, in den ersten Tagen dein Piercing auf keinen Fall mit den Händen berühren, möglichst wenig sprechen und unbedingt den Kontrolltermin beim Piercer / der Piercerin wahrnehmen. Wichtig ist außerdem, nach jedem Essen den Mund auszuspülen und zumindest in den ersten 7 Tagen nach dem Stechen nicht zu rauchen sowie keinen Alkohol zu trinken.

5. Was tun, wenn sich das Piercing in der Zunge entzündet hat?

Grundsätzlich kommen Entzündungen bei Zungenpiercings nur selten vor. Ein leichtes Anschwellen der Zunge ist über einen Zeitraum von einigen Tagen hinweg hingegen durchaus normal. Deshalb ist es wichtig, dass das Piercing Studio einen Piercingstab einsetzt, der etwas zu lang ist, sodass die Zunge etwas anschwellen kann ohne eingeengt zu werden. Daran erkennst du, dass dein Piercing sich entzündet haben könnte:

  • Die Zunge schwillt stark an und schmerzt
  • Die gepiercte Stelle rötet sich oder eitert
  • Deine Lymphknoten am Hals schwellen an
  • Auf deiner Zunge bildet sich ein weißer Belag

Oft lässt sich ein entzündetes Zungenpiercing auch ohne ärztliche Hilfe in den Griff bekommen. Wichtig ist nur, der Piercinsgstab nicht zu kurz ist und dass du auf keinen Fall alkoholhaltige Pflegemittel oder Piercingpflege zur äußeren Anwendung wie Octenisept für deine Zunge verwendest, da dies die Entzündung nur verschlimmern könnte. Sollte sich dein Zungenpiercing entzündet haben, ist es unter Umständen sinnvoll, zwei bis drei Mahlzeiten auszulassen, nicht zu sprechen, nicht am Piercing herumzuspielen und abgekühlten bis maximal lauwarmen Kamillentee zu trinken. Vor dem Schlafengehen solltest du dann auf jeden Fall noch einmal mit Betaisodona spülen und das Piercing ansonsten zur Ruhe kommen lassen. Wenn deine Beschwerden nach spätestens 2 Tagen nicht besser sein sollten, ist ein umgehender Besuch beim Piercing Studio oder einem Arzt dann aber unvermeidlich.

6. Geschichtliche Hintergründe und Wissenswertes

Frau mit Venom Zungenpiercing

Berichten spanischer Eroberer zu Folge war das Durchstechen der Zunge keine unübliche Praxis bei den Ureinwohnern Mittelamerikas. Es wurde als religiöses Ritual durchgeführt und diente zur innerlichen Reinigung oder als Opfergabe. Nach dem Stechen wurde, genau wie heute, Schmuck eingesetzt, der aber nicht zum dauerhaften Tragen vorgesehen war.

Auch heute gibt es noch rituelle Zeremonien, bei denen unter anderem die Zunge durchstochen wird. Bekanntestes Beispiel ist das Vegetarian Festival in Thailand. Die Teilnehmer, die in einen Trancezustand versetzt werden, lassen sich im Rahmen einer Götterbeschwörung verschiedene Gegenstände, zum Teil mit erheblichen Durchmessern durch Wange, Zunge oder andere Körperteile stechen.

Als erstes dokumentiertes Zungenpiercing, dass als Modeschmuck gestochen wurde, gilt ein Piercing, welches 1978 per Dermal Punch gestochen wurde und auf den deutschen Tattoopionier Horst Heinrich Streckenbach zurückgeht. In den 1990er Jahren wurde das Zungenpiercing immer populärer. Verschiedene Künstler wie Keith Flint (The Prodigy) oder Melanie Brown (Spice Girls) sollen zur Verbreitung des Zungenpiercings beigetragen habe.

Ingenieure des Georgia Institute of Technology haben eine Fernsteuerung entwickelt, die sich an einem Zungenpiercing befestigen lässt und so Querschnittsgelähmten Menschen hilft ihren Rollstuhl zu bedienen.


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