Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zum Menü springen
Gratis Versand ab 29€
100 Tage Rückgaberecht
1 Mio. zufriedene Kunden
Blitzversand
Hilfe & Kontakt

Mit Piercing & Flesh Tunnel oder Ohrring zur MRT - Was ist zu beachten?

Flesh Tunnel Shop
2024-01-11 16:21:00 / News / Kommentare 0
📅 Aktualisiert: November 2025
⏱️ Lesezeit: 12 Minuten
🔬 Basierend auf medizinischen Studien 2024

Wenn unsere Gesundheit aus dem Gleichgewicht gerät, greifen Ärzte auf moderne Methoden zurück, die den Weg zur Genesung ebnen können. Um bestimmte Erkrankungen und Beschwerden genau abzuklären, kommt häufig die Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz. Dabei entstehen detaillierte Bilder von betroffenen Organen, Gelenken und Gewebebereichen.

Wir beschäftigen uns heute mit der Frage, was bei der MRT zu beachten ist, wenn man Piercing Schmuck oder Flesh Tunnel trägt. Wann müssen die Schmuckstücke abgelegt werden? Gibt es Möglichkeiten, den Körperschmuck drinzulassen oder abzukleben? Das erfährst du jetzt – basierend auf den neuesten medizinischen Studien aus 2024.

⚠️ Wichtige Sicherheitsinformation: Eine systematische Review-Studie aus 2024 zeigt: 59% aller MRT-Zwischenfälle sind Verbrennungen, und 97% davon wären vermeidbar! Die häufigste Ursache: Elektrisch leitfähige Gegenstände wie metallische Piercings. Dieser Guide hilft dir, sicher durch deine MRT-Untersuchung zu kommen.

1. Piercing und Flesh Tunnel während der MRT rausnehmen?

Grundsätzlich passen Piercing- oder Flesh Tunnel-Schmuckstücke mit der MRT nicht so gut zusammen. Viele Ärzte wählen meist den sicheren Weg, indem sie dazu raten, alle Piercing-Teile oder Flesh Tunnel rauszunehmen. Stellt der Körperschmuck während der Untersuchung wirklich immer ein Problem dar?

Kurz gesagt: Jein! Wir müssen einfach genauer hinschauen, denn der Schmuck kann unter bestimmten Voraussetzungen drinbleiben. Das American College of Radiology (ACR) empfiehlt in seinem White Paper aus 2002 (363x zitiert): "Jede Person muss alle leicht entfernbaren metallischen Gegenstände ablegen – einschließlich Uhren, Schmuck und Body Piercings."

Damit du während der anstehenden MRT ein gutes Gefühl hast, beginnen wir erstmal damit, wie eine Magnetresonanztomographie funktioniert.

2. MRT - einfach erklärt

Eine Magnetresonanztomographie ist gar nicht so kompliziert, wie es sich anhört. Im Endeffekt ist das Prinzip recht einfach. Im Magnetresonanztomograph befinden sich elektrische Spulen. Die Spulen erzeugen Radiowellen und ein strömendes Magnetfeld.

Auch wenn das Magnetfeld im Gerät 10.000 bis 50.000 Mal stärker ist als das Magnetfeld der Erde, ist die Untersuchung dennoch ungefährlich – solange keine metallischen Gegenstände mitgebracht werden.

Unser Körper besteht aus Atomen und jedes Atom hat einen Kern. Einige Atomkerne zeigen eine Reaktion auf das Magnetfeld. Das Reagieren der Atome bezeichnet man in der Fachsprache als Resonanz und ist mit einem Echo gleichzusetzen. Es entstehen demnach Signale, die sich je nach Zusammensetzung und Art der Gewebebereiche unterscheiden. Jetzt kommt der Computer ins Spiel, denn dieser übersetzt die Signale und kreiert Schwarz-Weiß-Bilder.

3. Metall + Magnet = keine, schwache oder starke Anziehung

Vielleicht hast du dich als Kind mit einem Experimentierkasten beschäftigt und mit Magneten verschiedene Versuche gestartet. Zum Beispiel wurde Omas feines Silberbesteck magnetisch angezogen, da dieses eben nicht nur aus Silber, sondern vor allem aus Eisen bestand. Reines Silber bleibt nämlich völlig unbeeindruckt und reagiert nicht, wenn sich Magnete nähern.

Tassen und Teller zeigen auch keine Reaktion, aber gusseiserne Pfannen ziehen einem den Magnet kräftig aus der Hand. Auch der alte Schuhabstreifer aus reinem Eisen liebt Magnete, sodass diese nur schwer wieder abzulösen sind. Büroklammern hingegen fühlen sich nur bedingt vom Magnetismus angezogen, denn das Material enthält nur wenig Eisen.

Materialien und ihre magnetischen Eigenschaften:

Material Magnetisch? MRT-sicher? Empfehlung
Titan ❌ Nein ✅ Ja Kann drinbleiben
Implantanium ❌ Nein ✅ Ja Kann drinbleiben
PTFE (Polytetrafluorethylen) ❌ Nein ✅ Ja Kann drinbleiben
Niobium ❌ Nein ✅ Ja Kann drinbleiben
Reines Gold (14k/18k) ❌ Nein ✅ Ja Kann drinbleiben
Chirurgenstahl 316L ⚠️ Schwach ⚠️ Meist ja Arzt fragen
Kunststoff/Silikon/Holz ❌ Nein ✅ Ja Kann drinbleiben
Eisen/Nickel/Kobalt ✅ Ja ❌ Nein MUSS raus!
Minderwertiger Schmuck ✅ Meist ja ❌ Nein MUSS raus!

Daraus lässt sich ableiten, dass Materialien unterschiedliche Reaktionen auf Magnetfelder zeigen. Es kommt also vor allem darauf an, aus welchem Material dein Schmuckstück besteht. Piercing und Flesh Tunnel können Metalle enthalten, die den Tomograph kräftig durcheinanderbringen. Magnetische Metalle reagieren auf das Magnetfeld und können unangenehme Reaktionen und verfälschte Bilder hervorrufen.

💡 Profi-Tipp: Teste dein Piercing zu Hause mit einem Magneten! Wenn es am Magneten haftet, ist es magnetisch und muss vor der MRT entfernt werden. Titan, PTFE und Implantanium reagieren nicht auf Magnete und können meist drinbleiben.

4. Was passiert, wenn magnetische Teile während der MRT getragen werden?

Elektromagnetische Metallteile beeinträchtigen die Untersuchung im großen Maße, da das Gerät mit einem starken Magnetfeld arbeitet. Abhängig von der Legierung der Schmuckstücke kann das Magnetfeld interessante, aber unbrauchbare Bildfehler hervorbringen. Das mindert die Bildqualität und eine Diagnose ist so nicht eindeutig abzuleiten.

Die Hauptprobleme bei magnetischen Piercings:

  • Artefakte (Bildfehler) – Das Bild wirkt verzerrt und unscharf
  • Falsche Ortsrekonstruktion – Strukturen werden an falscher Stelle abgebildet
  • Signalauslöschungen – Wichtige Bildinformationen werden ausgelöscht
  • Unbrauchbare Diagnose – Der Arzt kann keine zuverlässige Aussage treffen

Die Bildfehler kommen zustande, weil die Metalle das Magnetfeld lokal stören. Das Zusammenspiel zwischen der Position und der Frequenz wird dann so weit verändert, dass eine konkrete Ortsrekonstruktion unmöglich ist.

Was ist mit Verbrennungen?

Im Internet kann man mögliche Horrorszenarien nachlesen, die von Verbrennungen während der MRT durch magnetische Metallteile berichten. Die gute Nachricht: Schwere Verbrennungen durch Piercings sind extrem selten!

Eine systematische Review-Studie aus 2024 (Baker et al., Journal of Medical Radiation Sciences) untersuchte 26.801 Artikel zu MRT-Sicherheit. Die Erkenntnis: Während 59% aller MRT-Zwischenfälle Verbrennungen sind, werden diese hauptsächlich durch andere Ursachen verursacht – wie Hautkontakt-Schleifen, elektrisch leitfähige Kabel oder Kontakt mit der Bore-Wand.

Bei Piercings ist das Hauptproblem die Bildqualität, nicht die Sicherheit. Der Arzt kann zwar nicht viel mit den Bildern anfangen, aber dein Körper bleibt trotz magnetischem Metall weitgehend unversehrt. Leichte Erwärmung oder ein Ziehen am Piercing sind möglich, aber keine gefährlichen Verbrennungen.

⚠️ Mythos vs. Realität: Piercings werden NICHT aus dem Körper gerissen und verbrennen NICHT im MRT. Das Hauptproblem ist die Bildqualität. Dennoch sollten magnetische Piercings entfernt werden, um eine optimale Diagnose zu ermöglichen.

5. Drinlassen oder rausnehmen? Auf das Material und die Körperstelle kommt es an!

Mediziner bitten in der Regel darum, alle Schmuckteile zu entfernen, wenn die Zusammensetzung des Metalls nicht bekannt ist. Deswegen ist es hilfreich, wenn du weißt, aus welchem Material dein Piercing oder Flesh Tunnel besteht. Neben Piercing & Co. betrifft das natürlich auch Ringe, Ketten und weitere Accessoires.

MRT-sichere Materialien (können meist drinbleiben):

  • Titan – Nicht magnetisch, biokompatibel, beste Wahl!
  • Implantanium – Speziell für medizinische Implantate entwickelt
  • Polytetrafluorethylen (PTFE) – Kunststoff, völlig MRT-sicher
  • Niobium – Ähnlich wie Titan, hypoallergen
  • Reines Gold (14k/18k) – Nicht magnetisch, aber teuer
  • Kunststoff, Silikon, Holz – Völlig unbedenklich

Magnetische Materialien (MÜSSEN raus!):

  • Eisen – Stark magnetisch
  • Nickel – Magnetisch und allergen
  • Kobalt – Magnetisch
  • Minderwertiger Schmuck – Oft Legierungen mit Eisen/Nickel
  • Unbekannte Legierungen – Im Zweifelsfall entfernen!

Falls du ein Magnet zu Hause hast, kannst du auch testen, ob dein Piercing oder Flesh Tunnel darauf anspringt. Sobald das Material darauf reagiert, muss der Schmuck raus oder für die Dauer der Untersuchung durch ein nichtmagnetisches Teil ersetzt werden. Einige Piercing-Studios bieten an, Metall-Piercings für eine MRT-Untersuchung durch Plastik-Teile zu ersetzen.

Die Körperstelle ist entscheidend!

Es gibt neben dem Material noch einen weiteren Faktor, der entscheidet, ob dein Schmuckstück abzulegen ist oder getragen werden darf: Es kommt darauf an, welches Körperteil im Gerät untersucht wird.

Wenn beispielsweise nur dein Arm in der Röhre liegt und alles andere außerhalb des Tomographen bleibt, kannst du den Schmuck am Kopf drinlassen. Demnach müssen im Umkehrschluss alle magnetischen Piercing-Teile im Gesicht entfernt werden, wenn der Kopf begutachtet wird.

6. Piercing im Intimbereich und MRT - geht das?

Bei einem Piercing in der Intimzone gilt das gleiche wie für andere Körperstellen. Ob das Schmuckstück während der MRT drinbleiben kann, hängt von der Untersuchung und vom Material ab. Ein magnetisches Piercing-Teil muss in jedem Fall entfernt werden.

Besteht das Material aus einem nichtmagnetischen Werkstoff, kann das Piercing bedenkenlos getragen werden. Nimm dir auf jeden Fall den Rat des Mediziners zu Herzen, denn er kann auch das Entfernen von nichtmagnetischen Schmuckstücken empfehlen, wenn sich diese sehr nah an der zu untersuchenden Körperregion befinden.

Auch nichtmagnetische Teile können im Einzelfall aufgrund von Überdeckungen zu Bildfehlern führen. Bei Becken- oder Bauch-MRTs sollten Intimpiercings daher auch dann entfernt werden, wenn sie aus Titan bestehen.

7. Reicht es, die Schmuckstücke während der MRT abzukleben?

Das Überdecken eines Piercings hat keinerlei Nutzen. Das Magnetfeld des Tomographen lässt sich von einem Pflaster nicht beeindrucken. Bei einem abgedeckten magnetischen Schmuckstück entstehen genauso verzerrte und unbrauchbare Bilder wie ohne Pflaster.

Wir kleben ja auch nicht das Lämpchen im Auto ab, wenn dieses "Tank leer" anzeigt. Die Ursache muss behoben werden, also wir müssen tanken und demnach das magnetische Piercing-Teil entfernen.

Nichtmagnetische Piercings dürfen unabgeklebt im Körper verweilen. Es kann aber sein, dass der Arzt ein Abkleben in Betracht zieht, um während des Aufenthalts in der Röhre mögliche Verletzungen durch Bewegen zu umgehen.

8. Piercing geht vor MRT nicht raus - was jetzt?

Professionelle und einfühlsame Radiologen haben ein offenes Ohr für deine Bedenken. Bitte behalte deine Fragen nicht für dich, sondern sprich aus, was dich beschäftigt. Falls dein Piercing, Dermal Anker oder Flesh Tunnel nicht entfernbar ist, finden sich auch hier Lösungen.

In diesem Fall schaut sich der Mediziner die Position des Schmuckstücks genauer an. Je nach Körperregion und Geometrie kann die MRT meist bedenkenlos erfolgen, auch wenn das Teil nicht raus geht.

Lösungen bei nicht entfernbaren Piercings:

  • Risiko-Nutzen-Abwägung – Ist die MRT trotz Piercing möglich?
  • Alternative Scan-Bereiche – Kann ein anderer Bereich untersucht werden?
  • Alternative Untersuchungsmethoden – CT, Ultraschall, Röntgen als Ersatz
  • Piercing-Studio konsultieren – Kann das Piercing doch entfernt werden?

Falls eine MRT mit dem nicht herausnehmbaren Schmuckstück unmöglich ist, wählt der Experte eine andere Untersuchungsmethode. Der technische und medizinische Stand ist so weit entwickelt, dass es oft mehrere Lösungen gibt, um dein gesundheitliches Wohlbefinden wiederherzustellen.

9. Tattoo und Permanent Make-up - Was passiert beim MRT?

Wer sich mit Piercing, Flesh Tunnel & Co. schmückt, trägt häufig auch Tattoos oder Permanent Make-up. Deshalb geben wir an dieser Stelle ein paar relevante Infos dazu, ob du bei einer MRT etwas beachten musst.

Vermutlich passiert überhaupt nichts, wenn eine tätowierte Körperstelle mithilfe der MRT untersucht wird. Falls einige Farben aus magnetischen Inhaltsstoffen bestehen, richten sich die winzigen Metallpartikel nach dem magnetischen Feld aus. Dabei kann ein leichtes Kribbeln auf der Haut zu spüren sein. Auch eine leichte Wärmeentwicklung ist in seltenen Fällen möglich.

Was sagt die Forschung?

Eine Studie von Durkin et al. (2012) berichtet von kleineren Verbrennungen bei Tattoos und Permanent Make-up während MRT-Untersuchungen – allerdings sind diese Fälle sehr selten. Die Rhineland Study (2022) untersuchte die Sicherheit von 3 Tesla MRI bei Patienten mit Tattoos und kam zu dem Schluss: Tattoos und Permanent Make-up sind generell sicher bei 3T MRT.

Sobald das während der Untersuchung zutreffen sollte und du dich unwohl fühlst, kannst du jederzeit die Mitarbeiter über eine Klingel informieren. Trotz einiger besorgniserregender Beiträge im World Wide Web brauchst du keine schweren Verbrennungen zu befürchten.

Wenn überhaupt Nebenwirkungen auftreten, dann bleibt es bei geröteter Haut, die wie nach einem leichten Sonnenbrand berührungsempfindlich ist. Tätowierungen verbrennen nicht, verlaufen nicht und lösen sich auch nicht auf. Ärzte sind immer auf hohe Sicherheit bedacht und lassen dich im Gerät nicht alleine. Du bekommst immer einen kleinen Schalter in die Hand und kannst die Untersuchung jederzeit abbrechen.

Frische Tattoos und MRT:

Manchmal entscheiden Radiologen, dass die MRT-Untersuchung aufgrund von einem Tattoo verschoben wird. Wenn das Tattoo innerhalb der letzten Wochen angefertigt wurde, ist der Hautbereich noch wund und muss erstmal heilen. Die Farbpigmente sind kurz nach der frischen Behandlung noch nicht genug mit der Haut verbunden. Das Tattoo könnte verschwommen wirken, falls die MRT zu früh erfolgt.

✅ Fazit - Mit nichtmagnetischen Piercings & Flesh Tunneln zur MRT ist meist unkompliziert

Das Magnetfeld des Magnetresonanztomographen fühlt sich gestört, wenn du magnetische Teile mit ins Gerät nimmst. Dabei würden verzerrte Bilder deines Körpers entstehen, mit denen der Arzt nichts anfangen kann. Deshalb heißt es: Raus mit magnetischen Piercings und Flesh Tunnel! Nichtmagnetische Schmuckteile können meist drinbleiben.

Verbrennungen oder anderweitige schwere Verletzungen entstehen nicht, auch wenn versehentlich magnetische Schmuckstücke ins Gerät gelangen. Du weißt nicht, aus welchem Werkstoff dein Piercing besteht? Dann lege es lieber ab. Falls es nicht zu entfernen ist, hilft dir dein Arzt, eine alternative Lösung beziehungsweise eine andere Untersuchungsmethode zu finden.

Ein ausführliches Vorgespräch und eine empathische Betreuung ist Gold wert, sodass du mit einem sicheren Gefühl in die Untersuchung gehen kannst.

❓ Häufig gestellte Fragen zu Piercings & MRT

Das Verbrennungsrisiko durch Piercings im MRT ist sehr gering. Eine systematische Review-Studie aus 2024 (Baker et al.) zeigt zwar, dass 59% aller MRT-Zwischenfälle Verbrennungen sind, aber diese werden hauptsächlich durch andere Ursachen verursacht:

  • Hautkontakt-Schleifen (Haut berührt Haut und bildet leitfähige Schleife)
  • Elektrisch leitfähige Kabel (z.B. EKG-Kabel)
  • Kontakt mit Bore-Wand (Tunnelwand des MRT)
  • Metallische Kleidung (Reißverschlüsse, BH-Bügel)

Bei Piercings ist das Hauptproblem die Bildqualität, nicht die Sicherheit. Schwere Verbrennungen durch Piercings sind in der medizinischen Literatur extrem selten dokumentiert. Leichte Erwärmung oder ein Ziehen am Piercing sind möglich, aber keine gefährlichen Verbrennungen. Die wichtigste Erkenntnis: 97% aller MRT-Verbrennungen wären vermeidbar durch Befolgen der Sicherheitsrichtlinien!

Ja, in den meisten Fällen! Titan ist nicht magnetisch und gilt als MRT-sicher. Das American College of Radiology und MRISafety.com bestätigen: Titan, Implantanium und PTFE (Polytetrafluorethylen) sind unbedenklich.

Wichtige Einschränkungen:

  • Körperstelle beachten: Wenn dein Kopf gescannt wird und du Titan-Piercings im Gesicht hast, sollten diese trotzdem entfernt werden – nicht wegen Sicherheit, sondern wegen möglicher Bildartefakte
  • Nähe zum Scan-Bereich: Piercings direkt im oder sehr nah am Untersuchungsbereich können auch bei Titan zu Bildstörungen führen
  • Arzt fragen: Informiere deinen Radiologen über das Material – er entscheidet, ob es drinbleiben kann

Faustregel: Titan-Piercings weit weg vom Scan-Bereich (z.B. Ohr-Piercings bei Knie-MRT) sind völlig unbedenklich. Titan-Piercings im Scan-Bereich sollten nach Rücksprache mit dem Arzt entfernt werden.

Keine Panik! Wenn du versehentlich ein magnetisches Piercing im MRT trägst, passiert Folgendes:

Was WIRKLICH passiert:

  • Bildartefakte: Das MRT-Bild wird verzerrt und unbrauchbar für die Diagnose
  • Magnetische Anziehung: Du spürst möglicherweise ein Ziehen oder Unbehagen am Piercing
  • Leichte Erwärmung: In seltenen Fällen kann sich das Piercing etwas erwärmen
  • Untersuchung abgebrochen: Der Radiologe wird die Untersuchung stoppen und dich bitten, das Piercing zu entfernen

Was NICHT passiert:

  • ❌ Das Piercing wird nicht aus deinem Körper gerissen
  • ❌ Du erleidest keine schweren Verbrennungen
  • ❌ Dein Piercing schmilzt nicht
  • ❌ Du bist nicht in Lebensgefahr

Was tun? Wenn du während der Untersuchung merkst, dass du ein Piercing vergessen hast: Sofort die Klingel drücken und Bescheid geben! Die Untersuchung wird gestoppt, das Piercing entfernt, und dann kann die MRT wiederholt werden. Ein Fall aus 2017 (Li et al.) berichtet von zwei vergessenen Tragus-Piercings, die temporäre Beschwerden verursachten, aber keine bleibenden Schäden.

Dermal Anchors (auch Microdermals genannt) sind eine besondere Herausforderung, da sie nicht einfach entfernbar sind – sie sind unter der Haut verankert und können nur von einem Piercer oder Arzt entfernt werden.

Die gute Nachricht: Laut NHS Scotland MRI Physics gelten Dermal Piercings als zu klein, um signifikante Erwärmung zu verursachen. Dennoch werden Patienten vor möglicher Erwärmung gewarnt.

Empfehlungen:

  • Material prüfen: Ist dein Dermal Anchor aus Titan oder Implantanium? Dann ist das Risiko minimal
  • Position beachten: Liegt der Dermal Anchor weit weg vom Scan-Bereich? Dann meist kein Problem
  • Arzt informieren: Teile deinem Radiologen VOR der Untersuchung mit, dass du einen nicht entfernbaren Dermal Anchor hast
  • Risiko-Nutzen-Abwägung: Der Arzt entscheidet, ob die MRT trotzdem durchgeführt werden kann oder eine alternative Untersuchungsmethode gewählt wird

Wichtig: Wenn dein Dermal Anchor aus unbekanntem Material besteht oder magnetisch ist, solltest du ihn VOR dem MRT-Termin von einem Piercer entfernen lassen. Die meisten Piercing-Studios bieten diesen Service an.

Ja, das ist eine hervorragende Lösung! Plastik-Piercings (meist aus Bioplast, PTFE oder Acryl) sind völlig MRT-sicher und eine ideale Alternative, wenn du dein Piercing-Loch während der Untersuchung nicht zuwachsen lassen möchtest.

Vorteile von Plastik-Piercings:

  • Nicht magnetisch – Keinerlei Reaktion auf das Magnetfeld
  • Keine Bildartefakte – Stören die MRT-Aufnahmen nicht
  • Halten das Loch offen – Piercing kann nach der MRT wieder eingesetzt werden
  • Günstig – Kosten meist nur wenige Euro
  • Einfach zu wechseln – Kannst du selbst machen oder im Piercing-Studio

Wo bekomme ich Plastik-Piercings?

  • Piercing-Studios: Viele bieten einen "MRT-Service" an – sie tauschen dein Metall-Piercing gegen Plastik und setzen es nach der Untersuchung wieder ein
  • Online-Shops: Bei Flesh-Tunnel-Shop.de findest du MRT-sichere Piercings aus PTFE und Bioplast
  • Apotheken: Manche führen medizinische Plastik-Piercings

Tipp: Wechsle das Piercing 1-2 Tage VOR der MRT, damit sich dein Stichkanal an das neue Material gewöhnen kann. Frisch gewechselte Piercings können manchmal gereizt sein.

Das hängt davon ab, ob du das Piercing-Loch offen halten möchtest oder nicht:

Szenario 1: Du möchtest das Loch offen halten

  • Direkt vor der Untersuchung: Entferne das Piercing erst unmittelbar vor dem MRT (im Umkleideraum der Praxis)
  • Direkt nach der Untersuchung: Setze das Piercing sofort wieder ein
  • Alternative: Wechsle 1-2 Tage vorher auf ein Plastik-Piercing, das während der MRT drinbleiben kann

Szenario 2: Du möchtest das Piercing dauerhaft entfernen

  • Frische Piercings (< 6 Monate): Loch wächst in 24-48 Stunden zu
  • Ältere Piercings (> 1 Jahr): Loch kann mehrere Wochen offen bleiben
  • Sehr alte Piercings (> 5 Jahre): Loch wächst oft nie komplett zu

Wichtig bei frischen Piercings: Wenn dein Piercing weniger als 6 Monate alt ist und noch nicht vollständig verheilt, solltest du es NICHT für längere Zeit entfernen! Das Loch kann innerhalb von Stunden zuwachsen. In diesem Fall:

  • Plastik-Ersatz verwenden (PTFE, Bioplast)
  • Piercing-Studio aufsuchen für professionellen Wechsel
  • Arzt informieren über das frische Piercing

Faustregel: Entferne magnetische Piercings so spät wie möglich (direkt vor der MRT) und setze sie so früh wie möglich wieder ein (direkt danach). So minimierst du das Risiko, dass das Loch zuwächst.

Ja, die Feldstärke macht einen Unterschied! Die meisten MRT-Geräte arbeiten mit 1,5 Tesla oder 3 Tesla – je stärker das Magnetfeld, desto größer die potenzielle Interaktion mit metallischen Objekten.

Unterschiede im Detail:

  • 1,5 Tesla MRT:
    • Standard in den meisten Kliniken
    • Schwächeres Magnetfeld = weniger Anziehungskraft
    • Kleinere Bildartefakte bei Metall
    • Titan-Piercings meist problemlos
  • 3 Tesla MRT:
    • Doppelt so starkes Magnetfeld wie 1,5T
    • Höhere Bildqualität, aber auch höhere RF-Energie
    • Größere Bildartefakte bei Metall möglich
    • Strengere Sicherheitsrichtlinien

Was bedeutet das für deine Piercings?

  • Titan, PTFE, Implantanium: Sicher bei beiden Feldstärken
  • Chirurgenstahl 316L: Bei 1,5T meist OK, bei 3T eher entfernen
  • Magnetische Metalle: Bei BEIDEN Feldstärken entfernen!

Wichtig: Die Rhineland Study (2022) untersuchte 3 Tesla MRT-Sicherheit und kam zu dem Schluss: Patienten mit nicht entfernbarem Schmuck, Tattoos und Permanent Make-up sind für 3T MRT geeignet – vorausgesetzt, der Schmuck ist aus MRT-sicheren Materialien.

Faustregel: Frage deinen Radiologen, welche Feldstärke verwendet wird. Bei 3 Tesla solltest du vorsichtiger sein und im Zweifelsfall auch Titan-Piercings im Scan-Bereich entfernen.

📚 Quellen & Studien

  1. Baker C, Nugent B, Grainger D, Hewis J, Malamateniou C (2024): "Systematic review of MRI safety literature in relation to radiofrequency thermal injury prevention" – Journal of Medical Radiation Sciences, PMC11569411
  2. Kanal E et al. (2002): "American College of Radiology White Paper on MR Safety" – American Journal of Roentgenology, 363x zitiert
  3. MRISafety.com (2022): "Body Piercing Jewelry and MRI Safety" – Safety Topic/Article 239
  4. Li S et al. (2017): "Tragus Piercing Presenting as a Novel Risk Factor with Magnetic Resonance Imaging" – Pubmed 29714408
  5. Durkin SE et al. (2012): "Tattoos, Body Piercing, and Healthcare Concerns" – ScienceDirect, 17x zitiert
  6. Frontiers in Neurology (2022): "Safety of tattoos, permanent make-up, and medical implants in population-based 3T magnetic resonance brain imaging: the Rhineland Study"
  7. NHS Scotland MRI Physics: "Dermal Piercings" – MRI Safety Policies
  8. Gilk T, Kanal E (2009/2010): "Analysis of adverse events reported to FDA" – 97% der Verbrennungen vermeidbar
  9. Kihlberg J et al. (2010): "MRI incidents are severely underreported" – 1/3 aller Vorfälle nicht gemeldet
  10. MS DocBlog (2021): "Piercings und MRT-Untersuchung" – Deutsche Perspektive
  11. Ärztezeitung (2004): "Bei Piercing Vorsicht vor Magnetfeldern!"
  12. Radiologie München Ost: "Tattoos und Piercings im MRT und CT" – Praktische Empfehlungen