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Mit Piercing & Flesh Tunnel zur MRT - Was ist zu beachten?

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Wenn unsere Gesundheit aus dem Gleichgewicht gerät, greifen Ärzte auf moderne Methoden zurück, die den Weg zur Genesung ebnen können. Um bestimmte Erkrankungen und Beschwerden genau abzuklären, kommt häufig die Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz. Dabei entstehen detaillierte Bilder von betroffenen Organen, Gelenken und Gewebebereichen. Wir beschäftigen uns heute mit der Frage, was bei der MRT zu beachten ist, wenn man Piercing Schmuck oder Flesh Tunnel trägt. Wann müssen die Schmuckstücke abgelegt werden? Gibt es Möglichkeiten, den Körperschmuck drinzulassen oder abzukleben? Das erfährst du jetzt!

1. Piercing und Flesh Tunnel während der MRT rausnehmen?

Grundsätzlich passen Piercing- oder Flesh Tunnel-Schmuckstücke mit der MRT nicht so gut zusammen. Viele Ärzte wählen meist den sicheren Weg, indem sie dazu raten, alle Piercing-Teile oder Flesh Tunnel rauszunehmen. Stellt der Körperschmuck während der Untersuchung wirklich immer ein Problem dar? Kurz gesagt: Jein! Wir müssen einfach genauer hinschauen, denn der Schmuck kann unter bestimmten Voraussetzungen drinbleiben. Damit du während der anstehenden MRT ein gutes Gefühl hast, beginnen wir erstmal damit, wie eine Magnetresonanztomographie funktioniert.

2. MRT - einfach erklärt

Eine Magnetresonanztomographie ist gar nicht so kompliziert, wie es sich anhört. Im Endeffekt ist das Prinzip recht einfach. Im Magnetresonanztomograph befinden sich elektrische Spulen. Die Spulen erzeugen Radiowellen und ein strömendes Magnetfeld. Auch wenn das Magnetfeld im Gerät 10.000 bis 50.000 Mal stärker ist als das Magnetfeld der Erde, ist die Untersuchung dennoch ungefährlich.

Unser Körper besteht aus Atomen und jedes Atom hat einen Kern. Einige Atomkerne zeigen eine Reaktion auf das Magnetfeld. Das Reagieren der Atome bezeichnet man in der Fachsprache als Resonanz und ist mit einem Echo gleichzusetzen. Es entstehen demnach Signale, die sich je nach Zusammensetzung und Art der Gewebebereiche unterscheiden. Jetzt kommt der Computer ins Spiel, denn dieser übersetzt die Signale und kreiert Schwarz-Weiß-Bilder.

3. Metall + Magnet = keine, schwache oder starke Anziehung

Vielleicht hast du dich als Kind mit einem Experimentierkasten beschäftigt und mit Magneten verschiedene Versuche gestartet. Zum Beispiel wurde Omas feines Silberbesteck magnetisch angezogen, da dieses eben nicht nur aus Silber, sondern vor allem aus Eisen bestand. Reines Silber bleibt nämlich völlig unbeeindruckt und reagiert nicht, wenn sich Magnete nähern. Tassen und Teller zeigen auch keine Reaktion, aber gusseiserne Pfannen ziehen einem den Magnet kräftig aus der Hand. Auch der alte Schuhabstreifer aus reinem Eisen liebt Magnete, sodass diese nur schwer wieder abzulösen sind. Büroklammern hingegen fühlen sich nur bedingt vom Magnetismus angezogen, denn das Material enthält nur wenig Eisen.

Daraus lässt sich ableiten, dass Materialien unterschiedliche Reaktionen auf Magnetfelder zeigen. Es kommt also vor allem darauf an, aus welchem Material dein Schmuckstück besteht. Piercing und Flesh Tunnel können Metalle enthalten, die den Tomograph kräftig durcheinanderbringen. Magnetische Metalle reagieren auf das Magnetfeld und können unangenehme Reaktionen und verfälschte Bilder hervorrufen. Das ist jedoch kein Grund zur Panik, denn kompetente Ärzte geben dir eindeutige Auskünfte, sodass du nichts vergessen oder falsch machen kannst.

4. Was passiert, wenn magnetische Teile während der MRT getragen werden?

Elektromagnetische Metallteile beeinträchtigen die Untersuchung im großen Maße, da das Gerät mit einem starken Magnetfeld arbeitet. Abhängig von der Legierung der Schmuckstücke kann das Magnetfeld interessante, aber unbrauchbare Bildfehler hervorbringen. Das mindert die Bildqualität und eine Diagnose ist so nicht eindeutig abzuleiten. Deshalb ist eine zuverlässige Antwort auf medizinische Probleme auch durch den besten Radiologen der Welt nicht möglich, wenn magnetische Metalle im Gerät ihr Unwesen treiben. Die Bildfehler kommen zustande, weil die Metalle das Magnetfeld lokal stören. Das Zusammenspiel zwischen der Position und der Frequenz wird dann so weit verändert, dass eine konkrete Ortsrekonstruktion unmöglich ist. Das Bild wirkt verzerrt, die Struktur wird an falscher Stelle abgebildet und wichtige Bildinformationen werden ausgelöscht.

Im Internet kann man mögliche Horrorszenarien nachlesen, die von Verbrennungen während der MRT durch magnetische Metallteile berichten. Es besteht jedoch keinerlei Gefahr, dass es zu starken Hitzeentwicklungen kommt. Der Arzt kann zwar nicht viel mit den Bildern anfangen, aber dein Körper bleibt trotz magnetischem Metall unversehrt.

5. Drinlassen oder rausnehmen? Auf das Material und die Körperstelle kommt es an!

Mediziner bitten in der Regel darum, alle Schmuckteile zu entfernen, wenn die Zusammensetzung des Metalls nicht bekannt ist. Deswegen ist es hilfreich, wenn du weißt, aus welchem Material dein Piercing oder Flesh Tunnel besteht. Neben Piercing & Co. betrifft das natürlich auch Ringe, Ketten und weitere Accessoires.

Metalle wie zum Beispiel Polytetrafluorethylen, Titan und Implantanium sind nicht magnetisch und können bedenkenlos bei der MRT getragen werden. Schmuck aus Holz, Kunststoff und Silikon reagiert ebenfalls nicht auf Magnetfelder und kann somit drinbleiben. Falls du ein Magnet zu Hause hast, kannst du auch testen, ob dein Piercing oder Flesh Tunnel darauf anspringt. Sobald das Material darauf reagiert, muss der Schmuck raus oder für die Dauer der Untersuchung durch ein nichtmagnetisches Teil ersetzt werden. Einige Piercing-Studios bieten an, Metall-Piercings für eine MRT-Untersuchung durch Plastik-Teile zu ersetzen.

Es gibt neben dem Material noch einen weiteren Faktor, der entscheidet, ob dein Schmuckstück abzulegen ist oder getragen werden darf. Es kommt darauf an, welches Körperteil im Gerät untersucht wird. Wenn beispielsweise nur dein Arm in der Röhre liegt und alles andere außerhalb des Tomographen bleibt, kannst du den Schmuck am Kopf drinlassen. Demnach müssen im Umkehrschluss alle magnetischen Piercing-Teile im Gesicht entfernt werden, wenn der Kopf begutachtet wird.

6. Piercing im Intimbereich und MRT - geht das?

Bei einem Piercing in der Intimzone gilt das gleiche wie für andere Körperstellen. Ob das Schmuckstück während der MRT drinbleiben kann, hängt von der Untersuchung und vom Material ab. Ein magnetisches Piercing-Teil muss in jedem Fall entfernt werden. Besteht das Material aus einem nichtmagnetischen Werkstoff, kann das Piercing bedenkenlos getragen werden. Nimm dir auf jeden Fall den Rat des Mediziners zu Herzen, denn er kann auch das Entfernen von nichtmagnetischen Schmuckstücken empfehlen, wenn sich diese sehr nah an der zu untersuchenden Körperregion befinden. Auch nichtmagnetische Teile können im Einzelfall aufgrund von Überdeckungen zu Bildfehlern führen.

7. Reicht es, die Schmuckstücke während der MRT abzukleben?

Das Überdecken eines Piercings hat keinerlei Nutzen. Das Magnetfeld des Tomographen lässt sich von einem Pflaster nicht beeindrucken. Bei einem abgedeckten magnetischen Schmuckstück entstehen genauso verzerrte und unbrauchbare Bilder wie ohne Pflaster. Wir kleben ja auch nicht das Lämpchen im Auto ab, wenn dieses "Tank leer" anzeigt. Die Ursache muss behoben werden, also wir müssen tanken und demnach das magnetische Piercing-Teil entfernen. Nichtmagnetische Piercings dürfen unabgeklebt im Körper verweilen. Es kann aber sein, dass der Arzt ein Abkleben in Betracht zieht, um während des Aufenthalts in der Röhre mögliche Verletzungen durch Bewegen zu umgehen.

8. Piercing geht vor MRT nicht raus - was jetzt?

Professionelle und einfühlsame Radiologen haben ein offenes Ohr für deine Bedenken. Bitte behalte deine Fragen nicht für dich, sondern sprich aus, was dich beschäftigt. Falls dein Piercing, Dermal Anker oder Flesh Tunnel nicht entfernbar ist, finden sich auch hier Lösungen. In diesem Fall schaut sich der Mediziner die Position des Schmuckstücks genauer an.

Je nach Körperregion und Geometrie kann die MRT meist bedenkenlos erfolgen, auch wenn das Teil nicht raus geht. Falls eine MRT mit dem nicht herausnehmbaren Schmuckstück unmöglich ist, wählt der Experte eine andere Untersuchungsmethode. Der technische und medizinische Stand ist so weit entwickelt, dass es oft mehrere Lösungen gibt, um dein gesundheitliches Wohlbefinden wiederherzustellen.

9. Tattoo und Permanent Make-up - Was passiert beim MRT?

Wer sich mit Piercing, Flesh Tunnel & Co. schmückt, trägt häufig auch Tattoos oder Permanent Make-up. Deshalb geben wir an dieser Stelle ein paar relevante Infos dazu, ob du bei einer MRT etwas beachten musst. Vermutlich passiert überhaupt nichts, wenn eine tätowierte Körperstelle mithilfe der MRT untersucht wird. Falls einige Farben aus magnetischen Inhaltsstoffen bestehen, richten sich die winzigen Metallpartikel nach dem magnetischen Feld aus. Dabei kann ein leichtes Kribbeln auf der Haut zu spüren sein. Auch eine leichte Wärmeentwicklung ist in seltenen Fällen möglich. Sobald das während der Untersuchung zutreffen sollte und du dich unwohl fühlst, kannst du jederzeit die Mitarbeiter über eine Klingel informieren.

Trotz einiger besorgniserregender Beiträge im World Wide Web brauchst du keine Verbrennungen zu befürchten. Wenn überhaupt Nebenwirkungen auftreten, dann bleibt es bei geröteter Haut, die wie nach einem leichten Sonnenbrand berührungsempfindlich ist. Tätowierungen verbrennen nicht, verlaufen nicht und lösen sich auch nicht auf. Ärzte sind immer auf hohe Sicherheit bedacht und lassen dich im Gerät nicht alleine. Du bekommst immer einen kleinen Schalter in die Hand und kannst die Untersuchung jederzeit abbrechen. Lies dir vorab lieber keine Schreckensmeldungen im Internet durch, denn das verunsichert dich im hohen Maße und ist meist einfach nur falsch.

Manchmal entscheiden Radiologen, dass die MRT-Untersuchung aufgrund von einem Tattoo verschoben wird. Wenn das Tattoo innerhalb der letzten Wochen angefertigt wurde, ist der Hautbereich noch wund und muss erstmal heilen. Die Farbpigmente sind kurz nach der frischen Behandlung noch nicht genug mit der Haut verbunden. Das Tattoo könnte verschwommen wirken, falls die MRT zu früh erfolgt.

10. Fazit - Mit nichtmagnetischen Piercings & Flesh Tunneln zur MRT ist meist unkompliziert

Das Magnetfeld des Magnetresonanztomographen fühlt sich gestört, wenn du magnetische Teile mit ins Gerät nimmst. Dabei würden verzerrte Bilder deines Körpers entstehen, mit denen der Arzt nichts anfangen kann. Deshalb heißt es: Raus mit magnetischen Piercings und Flesh Tunnel! Nichtmagnetische Schmuckteile können meist drinbleiben.

Verbrennungen oder anderweitige Verletzungen entstehen nicht, auch wenn versehentlich magnetische Schmuckstücke ins Gerät gelangen. Du weißt nicht, aus welchem Werkstoff dein Piercing besteht? Dann lege es lieber ab. Falls es nicht zu entfernen ist, hilft dir dein Arzt, eine alternative Lösung beziehungsweise eine andere Untersuchungsmethode zu finden. Ein ausführliches Vorgespräch und eine empathische Betreuung ist Gold wert, sodass du mit einem sicheren Gefühl in die Untersuchung gehen kannst.